Regenwald, Rapsöl und Rassismus - Projekttag am Christlichen Gymnasium Jena

(24.01.2012) — Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Von Lukas Grintowski. "Vom Segen der Langsamkeit" heißt das diesjährige Schuljahresmotto am Christlichen Gymnasium Jena. Doch wer am 21./22. Dezember die Schule betrat, dem kam das Treiben alles andere als schwerfällig vor: Es begegneten einem junge Umweltdetektive, der Herkunft unseres Mülls auf der Spur, in den Fachräumen ratterten Stoffbahnen durch Nähmaschinen und in der Turnhalle versuchten sich Schüler am Rollstuhlbasketball.

Stephanie Möller (17), Lukas Finckh (17) und Matthias Schleußner (17), drei Schüler der Oberstufe initiierten zwei Projekttage, die kurz vor Weihnachten die Schüler gegenüber ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen sensibilisieren sollten. Finanziell getragen von der ECO-Schulstiftung und dem Förderverein Christliche Schule Jena e.V. standen die Tage für die Klassenstufen fünf bis acht unter dem Thema "Umwelt", für die Älteren hieß der Rahmen "Integration". Dazu kontaktierten die Jugendlichen Organisationen, Vereine und Behörden und luden schließlich über 20 Referenten ein, die kreative Workshops mit den fast 300 Schülern umsetzten. Die Amnesty International Gruppe Jena führte die Jugendlichen in die Asylproblematik ein, stellte Einzelschicksale vor und gab ihnen die Möglichkeit, mit zwei Flüchtlingen zu sprechen.

Auch ein nachgespieltes Asylverfahren in Form eines Rollenspiels war Bestandteil des Workshops, für die 15-jährige Teilnehmerin Hanna ein besonderes Erlebnis. Sie war "total überrascht, wie schwer es eigentlich ist, in Deutschland aufgenommen zu werden" und kritisierte, dass die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in den Auffanglagern "unvorstellbar" wären.

Lukas Finckh liegt eine Beschäftigung mit gesellschaftlichen Randgruppen besonders am Herzen. "Gerade die Taten der Zwickauer Zelle haben gezeigt, was Hass gegenüber Fremdem für Folgen haben kann." Er folgert: "Es ist daher die Aufgabe aller, sich gegen den Ausschluss bestimmter Gruppen zu stellen, egal ob politisch, religiös, oder rassistisch motiviert."

Alle drei Organisatoren sahen den Projekttag als gelungen und freuten sich über viele positive Rückmeldungen. Für zukünftige Projekte sehen die Jugendlichen gute Voraussetzungen: die Grundlagen in der Kooperation zwischen Schulleitung, Lehrerkollegium, Schülern und der ECO-Schulstiftung sind gelegt und es wurden "wichtige Erfahrungen gesammelt, auf die unsere Nachfolger zurückgreifen können. Das Engagement lohnt sich!". Dann also hoffentlich im nächsten Schuljahr wieder.

 


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