Fachtag „Leseband – Grundkompetenzen stärken“

Am 27. Januar 2026 kamen die Schulleitungen unserer Stiftungsgrundschulen zusammen, um einen gezielten Impuls zur Weiterentwicklung der Leseförderung zu setzen.

Im Rahmen der digitalen Veranstaltung tauschten sich die Schulleitungen mit wissenschaftlichen Experten über wirksame Konzepte zur Förderung der Lesekompetenz aus. Im Mittelpunkt stand das Konzept des Lesebands – eine täglich fest im Stundenplan verankerte Lesezeit, die unabhängig vom Deutschunterricht umgesetzt wird. Ziel ist es, Leseflüssigkeit und Textverstehen als fachübergreifende Basiskompetenzen zu stärken, die Grundlage erfolgreichen Lernens in allen Fächern sind – von Mathematik über Sachunterricht bis Religion.

„Das Leseband steht für eine klare Haltung unserer evangelischen Grundschulen: Lesen ist keine Nebensache“, betont Lysann Voigt-Huhnstock, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Mühlhausen und Grundschulkoordinatorin der Schulstiftung. „Da freie Schulen in der Pilotphase staatlicher Schulen im vergangenen Jahr nicht berücksichtigt werden konnten, haben wir uns entschieden, den Ansatz zeitnah in unseren Stiftungsschulen umzusetzen. Der Fachtag markierte dafür den Auftakt.“

Gestaltet wurde der Fachtag von den Deutschdidaktikern Dr. Florian Hesse und Dr. Gerrit Helm von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In ihren fachlichen Impulsen präsentierten sie aktuelle Forschungsergebnisse zur Lesekompetenz und zeigten auf, wie systematische Leseförderung durch klare schulische Strukturen nachhaltig wirksam umgesetzt werden kann. 

„Lesen ist der Schlüssel zu allen weiteren Lernprozessen“, ergänzt Manja Güldenpfennig, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Eisenach „Katharina von Bora“ und stellvertretende Grundschulkoordinatorin der Schulstiftung. „Gemeinsam mit allen Schulleitungen wollen wir einen Entwicklungsprozess starten, der im Herbst mit dem Fokus auf die Basiskompetenzen auf unserem Grundschulkongress weitergeführt wird.“

Vor diesem Hintergrund ist der Fachtag zum Leseband als konsequente Weiterführung des Verständnisses von Leseförderung angelegt: Während der Vorlesetag die Bedeutung von Sprache und Texten sichtbar und erlebbar macht, setzt das Leseband auf eine verbindliche, systematische und fachübergreifende Förderung der Lesekompetenz im schulischen Alltag. Lesen wird damit nicht punktuell akzentuiert, sondern als grundlegende Voraussetzung für alle Lernprozesse dauerhaft gestärkt. Ergänzt wurde der wissenschaftliche Input durch einen intensiven Austausch der Schulleitungen zu schulpraktischen Erfahrungen und Umsetzungsperspektiven.

Die Initiative für den Fachtag versteht sich bewusst als qualitätsorientierter Schulentwicklungsimpuls. Hintergrund sind unter anderem die Ergebnisse der IGLU-Studie 2023, die bundesweit einen Rückgang der Lesekompetenz aufzeigen. Gleichzeitig verfügen evangelische Schulen über stabile pädagogische Konzepte und günstige Rahmenbedingungen, um diese zentrale Kompetenz gezielt weiterzuentwickeln und auf hohem Niveau zu sichern.

„Evangelische Schulen sind durch die stark an Wort und Schrift orientierte evangelische Konfession traditionell sehr gut in diesem Kompetenzbereich aufgestellt“, so Dr. Christiane Schenk, Leiterin der Abteilung Pädagogik und Schulentwicklung. „Wenn dies in der Grundschule gut gelingt, schreibt sich dieser gute Start in der Bildungskarriere fort. Dafür wollen wir auch weiterhin den Grundstein legen.“

Der Fachtag zum Leseband markiert damit den Auftakt eines gemeinsamen Entwicklungsprozesses der evangelischen Stiftungsgrundschulen. Ziel ist es, Lesen als tragende Grundlage für erfolgreiches Lernen nachhaltig im Schulalltag zu verankern – und Kindern damit langfristig sichere Zugänge zu Bildung, Sprache und Welt zu eröffnen.