MIT-Spitzenforschung für den MINT-Unterricht: Zwei Lehrkräfte berichten aus Cambridge (USA)

Ein besonderer Erfolg für die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland: Gleich zwei unserer Lehrkräfte aus der Stiftungsfamilie wurden für das international renommierte Science and Engineering Program for Teachers (SEPT) am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) ausgewählt.

Die Fortbildung am MIT vermittelte aktuelle Impulse für den MINT-Unterricht – von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Raumfahrt über Computerspiele, Simulationen und Nachhaltigkeit bis hin zu projektbasiertem Lernen und innovativen Maker-Technologien.

Michelle Rousseau vom Evangelischen Ratsgymnasium Erfurt und Dr. Markus Franz vom Evangelischen Martin-Luther-Gymnasium Eisenach gehörten zu den weltweit 50 Lehrkräften, die am internationalen Fortbildungsprogramm teilnehmen durften. Insgesamt nahmen lediglich fünf Lehrkräfte aus Deutschland am SEPT-Programm teil – drei davon kamen aus Thüringen. 

„Dass gleich zwei der weltweit ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten aus unserer Stiftungsfamilie stammen, ist eine große Auszeichnung für die Stiftung und zugleich Beleg für das außergewöhnliche Engagement unserer Lehrkräfte, das die MINT-Bildung an den Stiftungsschulen weiter stärkt“, freut sich Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung.

Die Teilnahme wurde durch ein Stipendium der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) ermöglicht, das die Programmgebühren sowie einen Reisezuschuss übernahm. Die Evangelische Schulstiftung unterstützte ihre beiden Lehrkräfte zusätzlich und übernahm die verbleibenden Eigenanteile aus dem „Margarethe-Schauer-Fonds“ der Stiftung. Damit konnten sich Michelle Rousseau und Dr. Markus Franz vollständig auf ihre internationale Fortbildung konzentrieren. 

Während der intensiven Programmwoche erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Forschung am MIT und zukunftsweisende Bildungskonzepte. Sie besuchten Vorlesungen renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um gemeinsam mit Lehrkräften aus aller Welt Ideen für einen modernen MINT-Unterricht zu entwickeln. Dr. Markus Franz berichtete dabei von einer interessanten und ziemlich anspruchsvollen Vorlesung des theoretischen Physikers Krishna Rajagopal, der einen kompakten Überblick über die Forschung an den kleinsten Bestandteilen der Materie, den Quarks, gab. Im Austausch mit Informatik-Professor Mitchel Resnick, Entwickler der Programmiersprache „Scratch“, diskutierten die internationalen Lehrkräfte zudem über aktuelle Apps und den Einsatz von KI. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf projektbasiertem und forschendem Lernen (Project-Based Learning) sowie auf Strategien, mehr junge Menschen für MINT-Fächer zu begeistern und die Teilhabe unterschiedlicher Zielgruppen an MINT-Bildung zu fördern.

Die vielfältigen Einblicke reichten von Weltraumforschung, Herzzellen in vitro bis zur Analyse von Kaffee mit dem Elektronenmikroskop im hochmodernen „Maker Space“ für Materialforschung. Die kreative Entwicklungsumgebung bot vor allem Anregungen für einen praxisnahen, experimentellen MINT-Unterricht. Ergänzt wurde das Programm durch praktische Workshops mit Lego-DNA, Computerspielen und Simulationen sowie am MIT entwickelten Technologien. 

Besonders wertvoll war der internationale Austausch mit der Möglichkeit, innovative Unterrichtskonzepte kennenzulernen und für die eigene Praxis weiterzudenken. Auch Michelle Rousseau nahm zahlreiche Impulse mit nach Thüringen. Diese Erfahrungen sowie ein während der Woche entwickeltes MINT-Lernspiel sollen künftig in den Unterricht am Evangelischen Ratsgymnasium Erfurt und am Evangelischen Martin-Luther-Gymnasium Eisenach einfließen.

Marco Eberl freut sich über die außergewöhnliche Auszeichnung der beiden Lehrkräfte: „Internationale Fortbildungen wie das SEPT-Programm eröffnen neue Perspektiven für zeitgemäßen Unterricht und stärken zugleich den Austausch zwischen Schule, Wissenschaft und Forschung. Von den gewonnenen Erfahrungen profitieren nicht nur Michelle Rousseau und Markus Franz persönlich, sondern langfristig auch ihre Schülerinnen und Schüler sowie die gesamte Stiftungsfamilie.“