Vom Übertritt in Klasse 5 bis zur Berufsorientierung

Wie können wir Kinder und Jugendliche beim Wechsel auf die weiterführende Schule und beim Start in Ausbildung oder Studium bestmöglich begleiten? Unsere Lehrkräfte aus Sachsen-Anhalt und Thüringen nahmen vom zweitägigen Fachtag in Eisenach Impulse für gelingende Übergänge mit.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung vom 9. bis 10. September 2026 standen die Übergänge von der Grundschule zur weiterführenden Schule sowie von der Schule in Ausbildung oder Studium (Studien- und Berufsorientierung). Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis wurden dabei gezielt miteinander verbunden. 

„Übergänge sind für Kinder immer auch Zeiten der Veränderung und Neuorientierung. Es ist daher wichtig, Freiräume zu schaffen, damit Kinder ihre Perspektiven einbringen und aktiv mitgestalten können“,  betonte Referentin Dr. Jana Herding, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Grundschulpädagogik und Frühe Bildung an der Universität Paderborn. Im Impulsvortrag stellte sie ihre aktuelle Studie vor und arbeitete mit den Stiftungsmitarbeitenden Handlungsempfehlungen aus der Perspektive der befragten Kinder der vierten und fünften Klassen heraus. 

Im parallelen Workshop zur Berufsorientierung beschäftigten sich die Teilnehmenden damit, wie Jugendliche befähigt werden können, ihren eigenen beruflichen Weg zu finden und fundierte Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. Dabei wurden erfolgreiche Konzepte aus den Schulen vorgestellt, reflektiert und weiterentwickelt. 

„Berufliche Orientierung gelingt dort, wo Schule sie als gemeinsame Aufgabe versteht: fächerübergreifend, lebensnah und im Dialog mit den Jugendlichen. Denn für gelingende Berufswahlprozesse sind Gespräche oft wichtiger als reine Information“, so die Referentin Prof. Dr. Katja Driesel-Lange, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung an der Universität Münster.

Neben fachlichen Impulsen bot der Fachtag viele Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung. Auch Schülerinnen und Schüler sowie der Schulelternsprecher des gastgebenden Martin-Luther-Gymnasiums Eisenach wurden einbezogen und konnten ihre Perspektiven und Anregungen einbringen. Die Jugendlichen der elften Klasse wünschten sich ein „Berufswunsch-Café“ für lockere Gespräche unter Gleichaltrigen zum Thema. Die Zusammenarbeit mit Eltern und der Austausch zu Erwartungen und Rollenklarheit von Schule und Familie spielten in der Reflexion der Übergänge eine zentrale Rolle. 

Mit den Fachtagen unterstreicht die Evangelische Schulstiftung ihr Engagement für die kontinuierliche Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden. Durch wissenschaftlich fundierte Fortbildungen und die Zusammenarbeit innerhalb des Schulnetzwerks stärkt sie die pädagogische Qualität ihrer weiterführenden Schulen und unterstützt Lehrkräfte dabei, Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg kompetent zu begleiten und stark für die Zukunft zu machen.